Sternwarte Wasserberg

 

Hintergrundwissen & Details

Wer ein paar mehr Informationen, Hintergrundwissen oder Details zu den von mir fotografierten Objekten haben möchte, kann sich hier gerne weiter aufschlauen. Die meisten Informationen habe ich dazu der deutschsprachigen Wikipedia entnommen.

Zudem habe ich hier alle Aufnahmen nochmal ohne abgeschnittene Bildränder  hinterlegt. Oftmals lässt sich so noch ein ganz anderer Eindruck vom Objekt und seiner direkten Umgebung gewinnen.


20. September 2018, 22:07

Collinder 399 - Coathanger (LRGB)

Collinder 399 (kurz Cr 399) oder Brocchis Haufen ist ein Asterismus, eine nicht präzise definierte Anordnung von etwa 10 Sternen der 5. bis 7. Größenklasse. Seine Ausdehnung beträgt etwa 1°. Der hellste Stern des Haufens ist 4 Vul mit einer Helligkeit von 5,2 mag, die Gesamthelligkeit beträgt etwa 3,6 mag.

Der Asterismus liegt im Sternbild Fuchs am Nordsternhimmel. Der geometrische Eindruck der helleren Einzelsterne ist der Grund für den Eigennamen Kleiderbügel oder Kleiderbügelhaufen. Mit bloßem Auge ist ein diffuser Fleck zu erkennen, mit dem Fernglas oder kleinen Teleskop erkennt man die charakteristische Form.

Die Gruppe wurde in der Literatur zum ersten Mal von Al Sufi im Jahre 964 erwähnt, ist aber nicht in die modernen Standard-Kataloge Messier, NGC und IC aufgenommen. Per Collinder nahm die Gruppe 1931 in seinen Katalog offener Sternhaufen auf.

Der Asterismus wurde früher für einen offenen Sternhaufen gehalten und es wurde versucht gemeinsame Entfernung und Bewegung der Gruppe zu bestimmen. Die Entfernung der Gruppe wurde auf 300 Lichtjahre vom Sonnensystem geschätzt, als Radialgeschwindigkeit wurde 18 km/s angegeben. Das Alter des Haufens wurde auf etwa 200 Mio. Jahre geschätzt. Ende der 1980er Jahre untersuchten E. D. Pavlovskaya und A. A. Filipova verschiedene Sternhaufen, die im Raum eine gemeinsame Bewegung ausführen. Sie kamen zum Ergebnis, dass Collinder 399 und etwa 10 andere Sternhaufen eine Gruppe bilden. Zu dieser Gruppe gehören u. a. NGC 6633, NGC 6709, NGC 6882, NGC 6885, IC 4665, Melotte 20, Melotte 111 und die Plejaden.

Als mit dem Astrometrie-Satelliten Hipparcos genaue Entfernungen und Eigenbewegungen der Gruppenmitglieder bestimmt werden konnten, zeigte sich jedoch, dass ein physikalischer Zusammenhang ausgeschlossen werden kann. Nur wenige Sterne stehen sich räumlich nahe und auch die Eigenbewegungen dieser Sterne weisen keine signifikante Korrelation auf. Die oben genannten Daten zur Entfernung und Geschwindigkeit des Haufens beziehen sich entsprechend nur auf bestimmte Einzelsterne, sind aber nicht charakteristisch für die Gruppe.

Für diese Aufnahme verwendete Ausrüstung:

Montierung: Skywatcher EQ6-R
Aufnahmeoptik: Imaging Star 65/420 Quadruplet Astrograph
Brennweite: 420 mm
Kamera: Astrel Instruments AST8300
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Astronomik Deep-Sky R, G, B und L-2

Einzelbilder RGB: je 12 x 300 Sekunden (Binning 2x2)
Einzelbilder Luminanz: 54 x 300 Sekunden (Binning 1x1)

Chiptemperatur: -20 Grad Celsius
Aufnahmedauer: 7,5 Stunden
Korrekturbilder: 10 Flats, 50 Darks, 200 Bias

_20180713_Collinder399_LRGB_v01.jpg

Redakteur




24. Juni 2018, 14:33

M5 - Kugelsternhaufen (LRGB)

Messier 5 oder NGC 5904 ist ein Kugelsternhaufen im Sternbild Schlange und etwa 25.000 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt. Für Amateurteleskope ist er einer der schönsten Kugelhaufen.

Er wurde von Gottfried und Maria Kirch am 5. Mai 1702 entdeckt und von Charles Messier am 23. Mai 1764 in seinen Messier-Katalog aufgenommen.

Mit einer scheinbaren Helligkeit von 5,6 mag lässt sich Messier 5 in sehr klarer Nacht und an einem Ort mit wenig Lichtverschmutzung schon mit bloßem Auge als sternartiges Objekt erkennen. In kleinen Fernrohren werden am Rand bereits Einzelsterne sichtbar, doch wirkt das Zentrum auch im größeren Teleskop etwas verschwommen, weil unaufgelöste Sterne eine Art Schimmer erzeugen.

Für diese Aufnahme verwendete Ausrüstung:

Montierung: Skywatcher EQ6-R
Aufnahmeoptik: Lacerta 10" Newton ohne Namen
Brennweite: 1.200 mm
Kamera: Astrel Instruments AST8300
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Astronomik Deep-Sky R, G, B und L-2

Einzelbilder RGB: je 12 x 300 Sekunden (Binning 2x2)
Einzelbilder Luminanz: 32 x 300 Sekunden (Binning 1x1)
Chiptemperatur: -20 Grad Celsius
Aufnahmedauer: 5,7 Stunden
Korrekturbilder: 10 Flats, 50 Darks, 200 Bias

_20180604_M5_LRGB_v01.jpg

Redakteur




03. September 2017, 22:38

M56 - Kugelsternhaufen

Messier 56 (auch als NGC 6779 bezeichnet) ist ein +8,27 mag heller Kugelsternhaufen mit einer Flächenausdehnung von 8,8' im Sternbild Leier.

Er befindet sich auf der halben Strecke zwischen Beta Cygni (Albireo) und Gamma Lyrae. Es handelt sich um einen der weniger hellen Kugelsternhaufen, besonders da ihm das helle Zentrum fehlt, das die meisten anderen Kugelsternhaufen aufweisen. Sein Durchmesser beträgt fast 60 Lichtjahre.
M56 bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 145 km/sec auf uns zu.

Der Kugelsternhaufen wurde am 19. Januar 1779 von Charles Messier entdeckt.

Für diese Aufnahme verwendete Ausrüstung:

Montierung: Skywatcher EQ6-R
Aufnahmeoptik: GSO 8" RC
Brennweite: 1.624 mm
Kamera: Astrel Instruments AST8300
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Astronomik Deep-Sky R, G, B und L-2

Einzelbilder RGB: je 6 x 300 Sekunden (Binning 2x2)
Einzelbilder Luminanz: 25 x 600 Sekunden (Binning 1x1)
Chiptemperatur: -20 Grad Celsius
Aufnahmedauer: 5,7 Stunden
Korrekturbilder: 15 Flats, 50 Darkflats, 50 Darks, 200 Bias

_20170827_M56.jpg

Redakteur




26. Juli 2017, 23:57

M71 - Kugelsternhaufen

Messier 71 (auch als NGC 6838 bezeichnet) ist ein +6,1 mag heller Kugelsternhaufen mit einer Winkelausdehnung von 7,2' im Sternbild Pfeil. Er gehört mit etwa 18.000 Lichtjahren Entfernung zum inneren galaktischen Halo und hat einen Durchmesser von nur 36 Lichtjahren.

Seine Sterne kommen auf eine Metallizität von einem Fünftel des solaren Werts, während die meisten Kugelsternhaufen nur ein Hundertstel der Metallhäufigkeit aufweisen. Weiterhin enthält er nur sehr wenige veränderliche Sterne, was für einen Kugelsternhaufen ebenfalls sehr ungewöhnlich ist. Dies erklärt sich durch das für einen Kugelsternhaufen relativ junge Alter von lediglich 9-10 Milliarden Jahren. Ähnliche Werte weisen nur noch NGC 104 und M 68 auf.

Möglicherweise wurde das Objekt von de Chéseaux 1746 oder von J. Köhler um 1775 entdeckt. Méchain machte im Juni 1780 gesicherte Beobachtungen und informierte Messier, der den Sternhaufen noch im selben Jahr in seinen Katalog aufnahm.

Die Einordnung von M71 als Kugelsternhaufen galt lange als umstritten, da der Haufen recht lose ist. Der Haufen wurde daher meist als sehr dichter offener Sternhaufen kategorisiert.

Für diese Aufnahme verwendete Ausrüstung:

Montierung: Skywatcher EQ6-R
Aufnahmeoptik: GSO 8" RC
Brennweite: 1.624 mm
Kamera: Canon EOS 700D(a)
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Hutech IDAS LPS-D1

Einzelbilder: 61 x 180 Sekunden bei ISO 1.600
Aufnahmedauer: 3,05 Stunden
Korrekturbilder: 40 Flats, 40 Darkflats, 40 Bias

_20170718_M71_v01_RGB.jpg

Redakteur




07. April 2017, 22:59

M35 & NGC 2158 - offene Sternhaufen

Messier 35 (auch als NGC 2168 bezeichnet) ist ein reichhaltiger offener Sternhaufen im Sternbild Zwillinge, nahe dem Sommerpunkt. Mit einer Winkelausdehnung von 28 Bogenminuten und einer scheinbaren Helligkeit von 5,1 mag ist er bei besonders klarem Himmel schon mit bloßen Auge erkennbar. Er steht beim Fuß des rechten Zwillings (Sterne μ, η und 1 Gem).

Im Feldstecher als zartes Sternwölkchen erkennbar, zeigt M35 bei 30-facher Vergrößerung schon in einem kleinen Fernrohr, wie deutlich er sich von seiner Umgebung abhebt. Die hellsten Sterne sind rötlich, drei bilden ein auffälliges Dreieck. In Größe und Sterndichte zeigt sich ein deutlicher Kontrast zum ferneren NGC 2158.

NGC 2158 ist ein offener Sternhaufen im Sternbild Zwillinge. Er befindet sich nur etwa 15' südwestlich von M35. Der am 16. November 1784 von Friedrich Wilhelm Herschel entdeckte Sternhaufen besitzt einen Durchmesser von 5' und eine scheinbare Helligkeit von 8,6 mag. Die Sterne des über 1 Milliarde Jahre alten Sternhaufens sind stark konzentriert, ähnlich wie bei einem Kugelsternhaufen. Der Sternhaufen wurde deshalb früher auch für einen Kugelsternhaufen gehalten; auf Grund seines Alters ist die Identifikation als offener Sternhaufen jedoch eindeutig.

Für diese Aufnahme verwendete Ausrüstung:

Montierung: Skywatcher EQ6-R
Aufnahmeoptik: Lacerta 8" Newton ohne Namen
Brennweite: 800 mm
Kamera: Canon EOS 700D(a)
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Hutech IDAS LPS-D1

Einzelbilder: 15 x 600 Sekunden bei ISO 200
Aufnahmedauer: 2,50 Stunden
Korrekturbilder: 40 Flats, 40 Darkflats, 40 Bias, 12 Darks

_20170315_M35.jpg

Redakteur




14. Oktober 2016, 01:02

M13 - Kugelsternhaufen

M13 ist der hellste Kugelsternhaufen am Nordhimmel und wurde schon 1714 von dem englischen Astronomen Sir Edmond Halley entdeckt. Er ist etwa 25.100 Lichtjahre von der Sonne entfernt (die Angaben schwanken zwischen 23.000 und 26.000 Lichtjahre), hat die 300.000-fache Leuchtkraft der Sonne und einen Durchmesser von 150 Lichtjahren.

M13 weist eine scheinbare Helligkeit von 5,8 mag auf. Er kann bereits in einem Prismenfernglas als nebliges Fleckchen wahrgenommen werden, vereinzelt sogar freiäugig. In einem Teleskop ab etwa 10 cm Öffnung kann er am Rand in Einzelsterne aufgelöst werden und ist damit ein lohnendes Objekt für Amateurastronomen.

Für diese Aufnahme verwendete Ausrüstung:

Montierung: Skywatcher EQ6-R
Aufnahmeoptik: GSO 8" RC
Brennweite: 1.624 mm
Kamera: Canon EOS 700D(a)
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Hutech IDAS LPS-D1

Einzelbilder: 55 x 180 Sekunden bei ISO 1.600
Aufnahmedauer: 2,75 Stunden
Korrekturbilder: 40 Flats, 40 Darkflats, 40 Bias

_20170717_M13_v01_RGB.jpg

Redakteur




07. Oktober 2016, 14:08

M3 - Kugelsternhaufen

Der galaktische Kugelsternhaufen Messier 3 steht im Sternbild Jagdhunde. M3 wurde am 3. Mai 1764 von Charles Messier entdeckt und von ihm in seinem Katalog als drittes Objekt verzeichnet. Im New General Catalogue (NGC) trägt er die Nummer 5272.

M3 ist rund 30.000 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt, hat einen Durchmesser von etwa 125 Lichtjahren und ist mit einer halben Million Sterne ein sehr großer Kugelsternhaufen.

Die Rohdaten für diese Aufnahme wurden von Frank Schmitz mit unten aufgeführter Ausrüstung gewonnen. Die Bildbearbeitung erfolgte durch mich.

Montierung: Skywatcher HEQ5
Aufnahmeoptik: Lacerta 8" Newton ohne Namen
Brennweite: 800 mm
Kamera: ZWO Optical ASI1600MM-Cool Pro
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Baader Planetarium RGB 31mm und L 31mm

Einzelbilder RGB: je 50 x 120 Sekunden (Binning 1x1)
Einzelbilder Luminanz: 50 x 120 Sekunden (Binning 1x1)
Chiptemperatur: -20 Grad Celsius
Aufnahmedauer: 6,7 Stunden
Korrekturbilder: 30 Flats, 30 Darks, 100 Bias

_20180323_M3_LRGB_v01.jpg

Redakteur




07. Oktober 2016, 12:50

M92 - Kugelsternhaufen

Messier 92 (M92, auch als NGC 6341 bezeichnet) ist ein 6,3 mag heller Kugelsternhaufen mit einer Flächenausdehnung von 14,0′ im Sternbild Herkules. Die Entfernung von Messier 92 beträgt etwa 26.000 Lichtjahre, seine Masse wird auf etwa 330.000 Sonnenmassen geschätzt. Die sehr geringe Metallhäufigkeit von nur 0,6 % der solaren Elementhäufigkeit lässt auf ein sehr hohes Alter dieses Kugelsternhaufens schließen. Tatsächlich ergeben Messungen mit Hilfe von Farben-Helligkeits-Diagrammen ein Alter von etwa 13 Milliarden Jahren. Er gehört damit zu den ältesten bekannten Kugelsternhaufen.

Aufgrund seiner großen Helligkeit und der weit nördlichen Lage am Himmel ist M92 in Mitteleuropa schon im Feldstecher sichtbar. In kleinen Teleskopen (Vier- bis Achtzöller) lässt sich der Haufenrand in Einzelsterne auflösen. Entdeckt wurde er 1777 von Johann Elert Bode und 1781 (unabhängig von Bode) von Charles Messier.

Für diese Aufnahme verwendete Ausrüstung:

Montierung: Skywatcher HEQ5
Aufnahmeoptik: GSO 6" Fotonewton
Brennweite: 750 mm
Kamera: Canon EOS 700D(a)
Guiding-Kamera: Lacerta MGEN an 9x50 Sucher
Filter: Hutech IDAS LPS-D1

Einzelbilder: 12 x 600 Sekunden bei ISO 400
Aufnahmedauer: 2,00 Stunden
Korrekturbilder: 20 Flats, 20 Darkflats, 20 Bias

_20160906_M92.jpg

Redakteur



 

 

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